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Château Haut-Brion Auktion bei Sotheby's: Was 90 Jahre Dillon-Ära für Sammler bedeuten
Die Haut-Brion Auktion bei Sotheby's in Paris brachte am 1. Oktober 2026 rund 3,4 Millionen Euro. 676 Lose kamen unter den Hammer. Die Jahrgänge reichten von 1935 bis 2025. Alle Weine stammten direkt aus dem Keller des Châteaus.
Anlass war ein Jubiläum. Seit 1935 gehört Château Haut-Brion der Familie Dillon. Für Sammler ist die Auktion mehr als eine Feier. Sie liefert seltene, öffentliche Preispunkte für sehr alte Jahrgänge. Und sie zeigt, was lückenlose Herkunft am Markt kosten kann. Wir haben dafür alle 676 Ergebnisse ausgewertet.
Das Wichtigste in Kürze
- Erlös: rund 3,4 Mio. € – innerhalb der Schätzung von 2,5 bis 3,5 Mio. €.
- 538 von 676 Losen fanden einen Käufer. Das sind rund 80 Prozent.
- Der Grand Vin trug die Auktion: 218 von 221 Losen Haut-Brion Rouge wurden verkauft. Bei den roten Zweitweinen waren es nur zwei Drittel.
- Drei Flaschen Haut-Brion 1961 erzielten 62.500 €. Das ist rund das Zehnfache der aktuellen Marktschätzung je Flasche.
- Je größer die Flasche, desto weiter lagen die Ergebnisse beim Grand Vin über der Schätzung.
- 1. Die Haut-Brion Auktion in Zahlen
- 2. Warum jetzt? 90 Jahre Dillon-Familie auf Haut-Brion
- 3. Château Haut-Brion Preis: die wichtigsten Ergebnisse je Normalflasche
- 4. Jeroboam und Doppelmagnum: Warum Großflaschen besonders gefragt waren
- 5. Ex-Château-Provenienz: Was die Herkunft wert ist
- 6. Nicht jedes Los übertraf die Schätzung
- 7. Zum Vergleich: die Prinz-Robert-Auktion 2022
- 8. Was die Haut-Brion Auktion für Ihre Sammlung bedeutet
- 9. Fazit
- 10. FAQ – Haut-Brion Auktion
- 11. Quellen
Die Haut-Brion Auktion in Zahlen
Die Weinauktion bei Sotheby's Paris lief in zwei Phasen. Online-Gebote waren ab dem 17. September 2026 möglich. Den Abschluss bildete die Live-Auktion am 1. Oktober 2026.
| Merkmal | Angabe |
| Auktionshaus | Sotheby's Paris |
| Live-Auktion | 1. Oktober 2026 |
| Lose | 676 |
| Jahrgänge | 1935 bis 2025 |
| Weine | Haut-Brion Rouge und Blanc, dazu die Zweitweine Le Bahans, Le Clarence, Les Plantiers und La Clarté de Haut-Brion |
| Schätzung gesamt | 2,5 bis 3,5 Mio. € |
| Ergebnis | 3.399.705 € (rund 3,9 Mio. US$), inkl. Aufgeld |
| Verkaufte Lose | 538 von 676 (rund 80 %) |
| Teilnehmer | aus 29 Ländern |
Die Ergebnisliste von Sotheby's ist nur nach Anmeldung einsehbar. Wir haben sie am 18. Oktober 2026 vollständig ausgewertet. Für 538 Lose weist Sotheby's einen Zuschlag aus. Für 138 Lose steht kein Ergebnis – sie blieben demnach unverkauft. Die ausgewiesenen Ergebnisse summieren sich auf 3.399.705 €. Das deckt sich mit dem gemeldeten Erlös.
Gut die Hälfte der verkauften Lose (272) lag über der oberen Schätzung. Nur vier Lose blieben unter der unteren. Laut The Drinks Business fielen rund ein Dutzend neuer Auktionsrekorde für einzelne Weine und Formate. Die Rekordangaben gehen auf Sotheby's zurück. Unabhängig prüfen lassen sie sich nicht.
Warum jetzt? 90 Jahre Dillon-Familie auf Haut-Brion
Kauf 1935 durch Clarence Dillon
Haut-Brion ist ein Sonderfall in Bordeaux. Das Gut liegt in Pessac, direkt vor den Toren der Stadt. In der Klassifikation von 1855 wurde es als einziges Weingut außerhalb des Médoc zum Premier Grand Cru Classé erhoben. Schon 1663 erwähnte der Londoner Tagebuchschreiber Samuel Pepys den Wein.
Am 13. Mai 1935 kaufte der amerikanische Bankier Clarence Dillon das Gut. Seitdem ist es in Familienhand. Heute führt sein Urenkel, Prinz Robert von Luxemburg, als Chairman und CEO die Eigentümergesellschaft Domaine Clarence Dillon. Zu ihr gehört seit 1983 auch das Nachbargut Château La Mission Haut-Brion.
So viel Kontinuität ist in Bordeaux selten. Viele Châteaux haben in den letzten Jahren den Besitzer gewechselt. Einen Überblick gibt unser Beitrag zu den Besitzerwechseln in Bordeaux 2026.
Erste Auktion nur mit Haut-Brion-Weinen
Haut-Brion bei Sotheby's ist an sich nichts Neues. Neu war die Exklusivität. Sotheby's nennt den Verkauf die erste Auktion, die ausschließlich den Weinen von Château Haut-Brion gewidmet war. Ihr Titel lautet „Celebrating Our 10th Decade of Family Stewardship“. Gemeint ist das zehnte Jahrzehnt der Dillon-Ära.
Neben Wein kamen sechs Erlebnisse unter den Hammer, verteilt auf acht Lose. Sie verbinden seltene Jahrgänge mit Besuchen auf dem Gut. Laut The Drinks Business finden diese Erlebnisse nach der Wiedereröffnung des neuen Standorts Anfang 2027 statt.
Château Haut-Brion Preis: die wichtigsten Ergebnisse je Normalflasche
Auktionslose lassen sich schwer vergleichen. Mal sind es drei Flaschen, mal eine Doppelmagnum. Wir haben jedes Ergebnis deshalb auf eine Normalflasche von 0,75 Litern umgerechnet.
| Jahrgang | Format | Ergebnis | Obere Schätzung | je 0,75 l (umgerechnet) |
| 1935 | 1 Magnum (1,5 l) | 8.750 € | 4.500 € | ca. 4.375 € |
| 1949 | 1 Magnum (1,5 l) | 27.500 € | 8.500 € | ca. 13.750 € |
| 1961 | 3 Flaschen | 62.500 € | 38.000 € | ca. 20.833 € |
| 1982 | 1 Doppelmagnum (3 l) | 16.250 € | 5.000 € | ca. 4.063 € |
| 1989 | 1 Doppelmagnum (3 l) | 56.250 € | 10.000 € | ca. 14.063 € |
| 1989 | 1 Jeroboam (5 l) | 62.500 € | 22.000 € | ca. 9.375 € |
| 1989 Blanc | 12 Flaschen | 43.750 € | 32.000 € | ca. 3.646 € |
Ergebnisse inklusive Aufgeld, ohne Steuern und Kosten. Quelle: Ergebnisliste Sotheby's (abgerufen 18.10.2026). Umrechnung je 0,75 l: wein-sammeln.de.
Die alten Jahrgänge: 1935, 1949 und Haut-Brion 1961
1935 ist der Jahrgang des Kaufs. Eine Magnum davon erzielte 8.750 €. Das ist fast das Doppelte der oberen Schätzung. Der bisherige Auktionsrekord für dieses Format lag laut The Drinks Business bei 750 €.
Noch deutlicher übertraf eine Magnum 1949 die Erwartungen. Sie brachte 27.500 € bei einer oberen Schätzung von 8.500 €.
Haut-Brion 1961 gehörte zu den teuersten Weinen der Auktion. Zwei Lose mit je drei Flaschen brachten 62.500 € und 60.000 €. Das sind rund 20.000 bis 20.800 € pro Flasche. Der bisherige Rekord je Flasche lag laut The Drinks Business bei 4.500 €. Decanter zählt 1961 zu den gefeierten Bordeaux-Jahrgängen des Katalogs.
Die Referenzjahrgänge: Haut-Brion 1982 und 1989
Haut-Brion 1989 gilt als einer der Maßstäbe des Bordeaux im 20. Jahrhundert. Charles Curtis MW nannte ihn nach einer Verkostung für Decanter 2023 ein Meisterwerk. Eine Doppelmagnum erzielte 56.250 €. Die obere Schätzung lag bei 10.000 €. Das ist der größte Sprung der ganzen Auktion. Ein Jeroboam mit fünf Litern brachte 62.500 € bei einer oberen Schätzung von 22.000 €. Den bisherigen Rekord für dieses Format beziffert The Drinks Business auf 24.783 €.
1982 ist der zweite große Jahrgang im Katalog. Eine Doppelmagnum erzielte 16.250 €. Das ist mehr als das Dreifache der oberen Schätzung von 5.000 €.
Haut-Brion Blanc: die seltene weiße Seite
Auch der weiße Haut-Brion übertraf bei seinen Spitzenlosen die Schätzung. Zwölf Flaschen Haut-Brion Blanc 1989 erzielten 43.750 €. Die obere Schätzung lag bei 32.000 €. Je Flasche sind das rund 3.650 €. Decanter führt diesen Wein in seiner Reihe der „Wine Legends“. Über alle Blanc-Lose hinweg war das Bild allerdings verhaltener (siehe unten).
Jeroboam und Doppelmagnum: Warum Großflaschen besonders gefragt waren
Beim Grand Vin galt eine klare Regel: Je größer die Flasche, desto weiter lag das Ergebnis über der Schätzung. Wir haben alle 221 Lose Haut-Brion Rouge nach Format ausgewertet.
| Format (Haut-Brion Rouge) | Lose | verkauft | Median: Ergebnis ÷ obere Schätzung |
| Normalflasche und halbe Flasche | 130 | 127 | 1,25 × |
| Magnum (1,5 l) | 48 | 48 | 1,43 × |
| Doppelmagnum und größer | 43 | 43 | 1,88 × |
Median = mittlerer Wert der verkauften Lose. Quelle: Ergebnisliste Sotheby's (abgerufen 18.10.2026), Auswertung: wein-sammeln.de.
Die Spitzen setzten einzelne Großformate. Die Doppelmagnum 1989 erzielte das 5,6-Fache der oberen Schätzung. Ein Los mit drei Doppelmagnums 1986 das 4,7-Fache. Laut The Drinks Business fielen außerdem Rekorde für eine Salmanazar 2009 (9 Liter, 17.500 €) und für den Jeroboam 1989.
Dafür gibt es nachvollziehbare Gründe:
- Seltenheit. Großformate werden nur in kleinen Stückzahlen abgefüllt. Aus dem Château-Keller tauchen sie noch seltener auf.
- Reifeverlauf. In großen Flaschen gilt der Wein als langsamer reifend. Das Verhältnis von Luft zu Wein ist kleiner.
- Präsentationswert. Ein Jeroboam ist ein Sammlerstück für den Keller und für besondere Anlässe.
Für Sammler heißt das: Großformate des Grand Vin mit bester Herkunft waren bei dieser Auktion die gefragteste Kategorie. Eine Prognose für künftige Preise lässt sich daraus nicht ableiten.
Ex-Château-Provenienz: Was die Herkunft wert ist
Was „Ex-Château“ bedeutet
Ex-Château heißt: Der Wein kommt direkt aus dem Keller des Erzeugers. Er hat das Gut seit der Abfüllung nicht verlassen. Bei alten Weinen ist das ein starkes Argument. Die Lagerhistorie ist lückenlos.
Sotheby's prüfte jede Flasche im Mai 2026 auf dem Gut. Ohne anderslautenden Vermerk zeigten alle Flaschen laut Katalog exzellente Füllstände. Sie trugen ihre Originalkorken. Danach wurden die Kisten versiegelt und in einem temperaturgeführten Fahrzeug transportiert.
Wichtig: Ex-Château heißt nicht unberührt. Einige Flaschen wurden im Château neu verkorkt. Ein Los mit zwölf Flaschen 1979 trägt etwa den Vermerk „recorked in 2013“. Der Katalog listet alle neu verkorkten Flaschen gesondert auf. Worauf Sie beim Zustand alter Flaschen achten sollten, erklärt unsere Seite zum Füllstand einer Weinflasche.
Was Provenienz kostet: der Vergleich mit Marktpreisen
Wie groß ist der Aufschlag gegenüber dem üblichen Markt? Für einen fairen Vergleich nehmen wir nur Lose mit Normalflaschen. So verzerren Großformate das Bild nicht. Als Marktmaßstab dienen die Preisschätzungen und Auktionsergebnisse der Plattform iDealwine.
| Wein | Sotheby's je Flasche | iDealwine-Schätzung | iDealwine-Auktionen, letzte 12 Monate | Vielfaches der Schätzung |
| Haut-Brion 1961 | ca. 20.833 € (3 Flaschen) | 2.151 € | 1.398 bis 3.255 € | ca. 9,7 × |
| Haut-Brion Blanc 1989 | ca. 3.646 € (12 Flaschen) | 983 € | keine; letzter Zuschlag 2019: 1.131 € | ca. 3,7 × |
| Haut-Brion 1982 | ca. 1.667 € (12 Flaschen) | 658 € | 440 bis 868 € | ca. 2,5 × |
| Haut-Brion 1989 | ca. 3.333 € (12 Flaschen) | 1.753 € | 1.377 bis 2.038 € | ca. 1,9 × |
iDealwine-Werte abgerufen am 18.10.2026 (Preisanzeige für Lieferung nach Deutschland). Laut iDealwine beruht die Schätzung auf Auktionsergebnissen inklusive Aufgeld und Steuern. Die Sotheby's-Ergebnisse enthalten Aufgeld, aber keine Steuern. Die Vielfachen sind daher eher vorsichtig gerechnet. Beim Blanc 1989 stützt sich die Schätzung auf wenige, ältere Zuschläge.
Die Spanne ist groß. Beim 1989er zahlten Bieter knapp das Doppelte der Marktschätzung. Beim 1961er fast das Zehnfache. Selbst der höchste iDealwine-Zuschlag der letzten zwölf Monate (3.255 €) liegt beim 1961er weit unter dem Sotheby's-Ergebnis.
Den Aufschlag allein der Herkunft zuzuschreiben, wäre zu einfach. Mehrere Faktoren wirkten zusammen: lückenlose Herkunft, Seltenheit, das Jubiläum und Bieter aus 29 Ländern. Sauber trennen lassen sie sich nicht. Auffällig ist aber: Beim Rotwein wuchs der Abstand zum Markt mit dem Alter des Jahrgangs.
Wie stark Herkunft Preise treiben kann, zeigte 2026 auch der Château Lafite 1870 bei Sotheby's.
Nicht jedes Los übertraf die Schätzung
Die Schlagzeilen klangen euphorisch. Das Gesamtbild ist nüchterner. Der Erlös von 3,4 Mio. € lag innerhalb der Spanne, nicht darüber. Und jedes fünfte Los blieb unverkauft.
Der Grand Vin trug die Auktion, die Zweitweine nicht
Die Auswertung aller Lose zeigt ein klares Gefälle.
| Weintyp | Lose | verkauft | Verkaufsquote | Median: Ergebnis ÷ obere Schätzung | Erlös |
| Haut-Brion Rouge | 221 | 218 | 98,6 % | 1,36 × | 1,96 Mio. € |
| Haut-Brion Blanc | 191 | 143 | 74,9 % | 0,97 × | 0,80 Mio. € |
| Zweitweine weiß (Les Plantiers, La Clarté) | 57 | 41 | 71,9 % | 0,92 × | 0,03 Mio. € |
| Zweitweine rot (Bahans, Le Clarence) | 198 | 130 | 65,7 % | 0,96 × | 0,16 Mio. € |
| Erlebnis-Lose | 8 | 6 | 75,0 % | – | 0,44 Mio. € |
Ohne ein unverkauftes Los „Primum Familiae Vini Generations Case 2025“. Quelle: Ergebnisliste Sotheby's (abgerufen 18.10.2026), Auswertung: wein-sammeln.de.
Beim Haut-Brion Rouge fanden alle 132 Lose der Jahrgänge vor 2000 einen Käufer. Unverkauft blieben nur drei Lose aus den Jahrgängen 2002 und 2007. Auch das Alter zahlte sich aus: Rotwein-Lose vor 1960 lagen im Median beim 1,62-Fachen der oberen Schätzung, Lose ab 2000 beim 1,14-Fachen. Ganz anders die Zweitweine: Ein Drittel der roten Zweitwein-Lose blieb liegen. Auch beim Blanc wurde jedes vierte Los nicht verkauft. Sammler zahlten also gezielt für den Grand Vin – und für Alter.
Die Erlebnis-Lose
Das Spitzenlos war ein ganzes Barrique Haut-Brion 2025. Dazu gehörte ein Erlebnis für sechs Gäste auf dem Gut, samt Übernachtung auf La Mission Haut-Brion. Es brachte 162.500 €. Die Schätzung lag bei 100.000 bis 200.000 €. Laut Sotheby's war es das erste Fass, das je in einer Ex-Cellar-Auktion eines Premier Cru angeboten wurde.
Die Linley-Konsole blieb unter der Schätzung. Das Möbel entstand ursprünglich zum 75. Jubiläum der Dillon-Ära. Zum Los gehörten acht Haut-Brion-Jahrgänge von 1935 bis 2009, darunter 1959, und ein Besuch auf dem Gut. Ergebnis: 125.000 €. Geschätzt waren 130.000 bis 260.000 €. Zwei weitere Erlebnis-Lose fanden keinen Käufer.
Das Fachmagazin Sommelier India ordnet die Ergebnisse als selektiv ein, nicht als durchweg überschwänglich. Unsere Auswertung bestätigt das. Eine einzelne Prestige-Auktion sagt zudem wenig über den Gesamtmarkt. Dieser bleibt fragil, wie auch unsere Auswertung der Bordeaux-Weine mit Wertzuwachs 2026 zeigt.
Zum Vergleich: die Prinz-Robert-Auktion 2022
Vereinzelt wird die Auktion mit dem Privatkeller von Prinz Robert in Verbindung gebracht. Das ist eine Verwechslung. Die Weine von 2026 stammen laut Château und Sotheby's aus dem Keller von Haut-Brion.
Seinen privaten Keller ließ Prinz Robert bereits 2022 versteigern. Die Benefizauktion fand am 21. Mai 2022 bei Sotheby's in New York statt. Der Grund für die Verwechslung liegt nahe. Auch diese Weine lagerten laut Wine Spectator größtenteils im Keller von Haut-Brion.
| Merkmal | 2022 | 2026 |
| Herkunft | Privatsammlung von Prinz Robert, Familie und Freunden | Bestand von Château Haut-Brion |
| Ort | New York | Paris |
| Anlass | Benefiz für die PolG Foundation | 90 Jahre Dillon-Ära |
| Lose | 818 | 676 |
| Verkaufsquote | 100 % | rund 80 % |
| Schätzung | 2,8 bis 4 Mio. US$ | 2,5 bis 3,5 Mio. € |
| Ergebnis | 6,2 Mio. US$ | 3,4 Mio. € |
| Haut-Brion-Jeroboam | 1926 (4,5 l): 87.500 US$ | 1989 (5 l): 62.500 € |
2022 lag das Ergebnis deutlich über der oberen Schätzung. Ein direkter Vergleich hinkt jedoch. 2022 war eine Benefizauktion. Das Marktumfeld war ein anderes.
Was die Haut-Brion Auktion für Ihre Sammlung bedeutet
Steigt jetzt der Wert Ihrer Haut-Brion-Flaschen? Nicht automatisch. Vier Punkte helfen bei der Einordnung.
- Auktionsrekord ist nicht Marktwert. Die Spitzenpreise galten Flaschen mit lückenloser Château-Herkunft. Eine Flasche aus anderer Quelle orientiert sich eher an üblichen Marktpreisen. Was Ihren Wein im Einzelfall bestimmt, zeigt unser Ratgeber Was ist mein alter Wein wert?
- Dokumentation zählt. Kaufbelege, Lagernachweise und Originalholzkisten stützen den Wert. Warum, erklärt unser Beitrag zur kontrollierten Lagerung von Rotwein.
- Zustand prüfen. Füllstand, Korken und Etikett entscheiden bei alten Flaschen mit über den Preis.
- Kosten einrechnen. Wer bei einer Weinauktion kauft, zahlt zum Zuschlag das Aufgeld. Steuern, Versand und Versicherung kommen hinzu.
Bei dieser Auktion zeigten alte Jahrgänge und Großformate des Grand Vin die stärkste Nachfrage. Zweitweine fanden deutlich schwerer Käufer. Ob das so bleibt, ist offen.
Fazit
Die Haut-Brion Auktion zeigt dreierlei. Erstens: Für alte Premier Crus mit lückenloser Herkunft zahlen Sammler weltweit erhebliche Aufschläge. Zweitens: Die Nachfrage war selektiv. Rund 80 Prozent der Lose wurden verkauft, beim Grand Vin fast alle, bei den Zweitweinen nur zwei Drittel. Drittens: Der Gesamterlös lag in der Spanne, nicht darüber.
Für Ihre eigene Sammlung zählt vor allem eines: nachvollziehbare Herkunft und gute Lagerung. Ältere Jahrgänge finden Sie bei unseren Weinen von Château Haut-Brion, aktuell mit den Jahrgängen 1964, 1970 und 1977. Alle Weine lagern bei uns kontrolliert in einem unterirdischen Weinkeller in Deutschland. Weitere gereifte Bordeaux entdecken Sie unter Bordeaux der 1960er, Bordeaux der 1980er und Weine vor 1950.
FAQ – Haut-Brion Auktion
Wann und wo fand die Haut-Brion Auktion statt?
Die Live-Auktion fand am 1. Oktober 2026 bei Sotheby's in Paris statt. Online-Gebote waren ab dem 17. September 2026 möglich.
Wie viel brachte die Haut-Brion Auktion ein?
3.399.705 €, umgerechnet rund 3,9 Millionen US-Dollar, inklusive Aufgeld. Die Schätzung lag bei 2,5 bis 3,5 Millionen Euro. 538 der 676 Lose fanden einen Käufer.
Was bedeutet „Ex-Château“?
Der Wein stammt direkt aus dem Keller des Erzeugers und hat das Gut seit der Abfüllung nicht verlassen. Die Lagerhistorie ist dadurch lückenlos. Neu verkorkte Flaschen sind trotzdem möglich und werden im Katalog vermerkt.
Stammten die Weine aus dem Privatkeller von Prinz Robert?
Nein. Laut Château und Sotheby's kamen sie aus dem Keller von Château Haut-Brion. Den Privatkeller von Prinz Robert versteigerte Sotheby's bereits im Mai 2022 in New York.
Was kostet eine Flasche Haut-Brion 1961?
Bei der Auktion erzielten Flaschen aus dem Château-Keller rund 20.000 bis 20.800 € je Flasche. Bei iDealwine lagen die Zuschläge in den zwölf Monaten davor zwischen 1.398 € und 3.255 €. Herkunft, Füllstand und Zustand bestimmen den Preis im Einzelfall.
Steigt dadurch der Wert meiner Haut-Brion-Flaschen?
Nicht automatisch. Die Rekorde galten Flaschen mit lückenloser Château-Herkunft. Für andere Flaschen sind Zustand, Dokumentation und aktuelle Marktpreise entscheidend.
Warum sind Großflaschen pro Liter teurer?
Großformate sind selten, gelten als langsamer reifend und haben hohen Präsentationswert. Beim Grand Vin lagen Doppelmagnums und größere Formate im Median beim 1,88-Fachen der oberen Schätzung, Normalflaschen beim 1,25-Fachen.
Über den Autor
Adrian Ehrenberg
Ich beschäftige mich seit über einem Jahrzehnt mit Bordeaux-Wein, mit Schwerpunkt auf der Klassifikation von 1855 und der Geschichte einzelner Château. Bei wein-sammeln.de verantworte ich Inhalte und Auswahl.
Mehr über mich →Quellen
- Château Haut-Brion, Domaine Clarence Dillon: Celebrating Our 10th Decade of Family Stewardship – Sotheby's (Auktionsseite und Ergebnisliste nach Anmeldung, abgerufen 18.10.2026)
- Historic Ex-Cellar Auction of Château Haut-Brion – haut-brion.com (16.09.2026)
- Sotheby's-Pressemitteilung vom 08.07.2026, wiedergegeben bei Dr. Liz Thach MW
- 'Historic' Château Haut-Brion auction back to 1935 hits €3.4m – Decanter, Chris Mercer (05.10.2026)
- 'Momentous' Château Haut-Brion ex-cellar auction raises €3.4m – The Drinks Business, Arabella Mileham (05.10.2026)
- Haut-Brion's Historic Cellar Sale Draws Collectors to Paris – Sommelier India (11.10.2026)
- Rare Haut-Brion helps Prince Robert of Luxembourg cellar auction 'smash' estimate – Decanter (24.05.2022)
- Prince Robert of Luxembourg sells cellar for US$6.2 million – The Drinks Business (23.05.2022)
- Prince Robert de Luxembourg Auctions Wines Straight from Haut-Brion's Cellars – Wine Spectator (18.05.2022)
- Château Haut-Brion – Wikipedia
- Ex-château auctions on iDealwine – iDealwine
- Preisschätzung Château Haut-Brion 1961 – iDealwine (abgerufen 18.10.2026)
- Preisschätzung Château Haut-Brion 1982 – iDealwine (abgerufen 18.10.2026)
- Preisschätzung Château Haut-Brion 1989 rot – iDealwine (abgerufen 18.10.2026)
- Preisschätzung Château Haut-Brion 1989 Blanc – iDealwine (abgerufen 18.10.2026)
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung; vergangene Auktionsergebnisse erlauben keine Rückschlüsse auf künftige Preise. Die Bilder sind KI-generierte Symbolbilder (Adobe Firefly).





