Ansteigendes Liv-ex-Kursdiagramm mit klassifizierten Bordeaux-Weinflaschen im Hintergrund – Symbolbild für die Wertentwicklung 2026

Liv-ex Bordeaux: Diese Weine haben 2026 wirklich an Wert gewonnen

Liv-ex Bordeaux zeigt eine vorsichtige Wende. Drei Jahre liefen zuvor schwach. Das belegen die Daten des wichtigsten Fine-Wine-Marktplatzes.

Der Liv-ex 1000 Index ist der breiteste Gradmesser für den Fine-Wine-Markt. 2025 fiel er um 4,5 Prozent. Für 2026 zeigen die Statistiken nun ein anderes Bild. Der Markt bleibt fragil. Aber einzelne Weine haben messbar an Wert gewonnen.

Für Sammler ist das eine wichtige Unterscheidung. "Der Markt erholt sich" ist als Schlagzeile zu grob. Interessant wird es erst bei den Namen. Welche Weine legen konkret zu? Dieser Beitrag ordnet die aktuellen Liv-ex Bordeaux -Zahlen ein. Er zeigt, welche Bordeaux-Weine 2026 wirklich zugelegt haben.

Der Ausgangspunkt: Ein schwaches Jahr 2025

Für die richtige Einordnung lohnt der Blick zurück. Der Liv-ex 1000 Index verlor 2025 rund 4,5 Prozent. Die Kosten pro Kiste fielen im Schnitt um 12,3 Prozent. Das gehandelte Wertvolumen sank um 5,8 Prozent gegenüber 2024.

Die gehandelte Menge stieg dagegen. Um 7,2 Prozent. Das ist ein typisches Muster für einen Käufermarkt. Es wurde mehr gehandelt. Aber zu niedrigeren Preisen.

Europäische Käufer bauten ihre Position 2025 aus. Plus 48,2 Prozent Wertzuwachs gegenüber dem Vorjahr. US-Käufer blieben zurückhaltender. Sie erreichten nur rund 80 Prozent des Niveaus von Q1 2024.

Liv-ex-CEO James Miles ordnete die Lage im Februar 2026 so ein. Preisrückgänge von 30 Prozent und mehr. Dazu deutlich gesunkene Leitzinsen weltweit. Beides zusammen könnte den Markt stützen. Sein Kollege Tom Burchfield blieb vorsichtiger. 2026 werde keine "reibungslose Fahrt". Der Markt laufe eher "holprig entlang des Bodens". Miles rechnete mit einem Aufschwung im üblichen Fine-Wine-Zyklus. Der dauert sechs bis acht Jahre.

Liv-ex Bordeaux-Analyse August 2026: Die Methode dahinter

Am 5. August 2026 veröffentlichte The Drinks Business eine Auswertung. Basis: Handelsdaten von Liv-ex Bordeaux . Die zentrale Frage: Welche Weine haben sich der schwachen Entwicklung entzogen?

Die Methodik ist bewusst streng. Sie soll echte Trends von kurzem Rauschen trennen. Analysiert wurden Daten von Q2 2025 bis Q2 2026. Ein volles Jahr. Berücksichtigt wurden nur Weine mit mindestens zwei Quartalen Handelsaktivität. Und einem Mindesthandelswert von 5.000 britischen Pfund.

Als Gewinner galten nur Weine mit einem klaren Muster. Drei bis vier Quartale in Folge mit steigendem, volumengewichtetem Durchschnittspreis. Es geht also nicht um einzelne Ausreißer. Es geht um eine nachweisbare, anhaltende Aufwärtsbewegung.

Diese Bordeaux-Weine haben 2026 an Wert gewonnen

Ein Name sticht heraus: Château Mouton Rothschild. Gleich fünf Jahrgänge erfüllten die Gewinner-Kriterien. 2015, 2005, 2010, 2018 und 2008. Wer aktuell Mouton Rothschild kaufen möchte, trifft auf einen besonders gefragten Namen.

Der Jahrgang 2015 zeigte die stärkste Wertentwicklung im gesamten Zeitraum. Das ist bemerkenswert. 2015 gilt als besonders gelungener, bereits etablierter Jahrgang. Offenbar bleibt die Nachfrage hoch.

Auch Château Lafite Rothschild ist vertreten. Mit dem Jahrgang 2015. Die Analyse beschreibt "konsistente Aufwärtsdynamik" und eine "enge Handelsspanne". Das deutet auf einen stabilen, wenig volatilen Markt hin. Für Fine-Wine-Investoren ist das ein gutes Zeichen. Eine geringe Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis steht für gesunde Liquidität.

Beide Namen sind First Growths. Beide gehören zum oberen Preissegment. Das passt zu einem bekannten Muster am Fine-Wine-Markt. In unsicheren Phasen konzentriert sich Nachfrage auf die etabliertesten Namen. Wer heute Bordeaux Grand Cru kaufen möchte, findet bei diesen Namen die meiste Liquidität. Weniger bekannte Erzeuger tun sich schwerer.

Champagner und andere Regionen im Vergleich

Ein Blick über Bordeaux hinaus lohnt sich. Bei Champagner zeigten zwei Weine eine ähnliche Dynamik. Der Pol Roger Brut Réserve ohne Jahrgang. Und der Jacques Selosse Initial, ebenfalls ohne Jahrgang.

Der Liv-ex Champagne 50 Index fand Unterstützung auf seiner langfristigen Aufwärtstrend-Linie. Das ist ein technisches Signal. Es deutet darauf hin: Die Talsohle bei Champagner-Preisen könnte erreicht sein.

Außerhalb Europas fällt Opus One 2013 aus Kalifornien auf. Der Wein handelte über seinem offiziellen Marktpreis. Er näherte sich wieder den Niveaus seines Höchststands von 2022 an.

Das zeigt: Die Erholung beschränkt sich nicht auf Bordeaux. Sie zeigt sich als breiteres, aber selektives Muster über mehrere Fine-Wine-Regionen hinweg.

Was Liv-ex-Chefs zur Entwicklung sagen

Schon Ende 2025 zeichnete sich eine vorsichtige Wende ab. Der Liv-ex 1000 Index legte im November 2025 um 0,4 Prozent zu. Der dritte Monat in Folge mit Gewinnen. Der Liv-ex 50, der die Bordeaux-First-Growths abbildet, stieg im gleichen Monat um 1,5 Prozent. Über drei Monate betrachtet: plus 2,9 Prozent.

Das gehandelte Bid-Volumen erreichte 31 Millionen Pfund. Der höchste Stand seit April 2023. Tom Burchfield kommentierte das damals so: "Nach drei Jahren stetigen Rückgangs kehrt Optimismus zurück – allerdings fragil." Seine Einschätzung: Der Markt biete Käufern eine Chance. Schlüsselweine zu den niedrigsten Preisen seit 2020 zu sichern.

Diese Vorsicht zeigt sich auch in der aktuellen Liv-ex -Auswertung für 2026. Der breitere Markt stabilisierte sich schon im dritten Quartal 2025. Möglicherweise bildete sich dort eine Preisuntergrenze. Die identifizierten Gewinner-Weine sind also kein Zeichen für einen abgeschlossenen Boom. Sie zeigen eher eine beginnende, selektive Erholung bei liquiden Namen.

Was die Daten für Sammler bedeuten

Drei Beobachtungen lassen sich aus den Liv-ex Bordeaux -Daten ableiten.

Erstens: Die Erholung ist 2026 selektiv. Kein breiter Aufschwung. Wer auf pauschale Wertsteigerungen im gesamten Bordeaux-Sortiment spekuliert, liegt aktuell daneben. Die Gewinner sind einzelne, konkrete Jahrgänge etablierter Erzeuger.

Zweitens: Liquide First Growths führen die Erholung an. Das bestätigt eine Faustregel für Fine Wine Investment. In unsicheren Phasen bieten die bekanntesten Namen tendenziell die stabilste Wertentwicklung. Sie sind am wenigsten von Liquiditätsengpässen betroffen.

Drittens: Die Marktteilnehmer selbst warnen vor zu viel Optimismus. Von Liv-ex-CEO James Miles bis zu Analyst Tom Burchfield. Ein "holpriger" Verlauf entlang der Talsohle beschreibt die Lage besser als eine abgeschlossene Trendwende.

Mehr zu anderen aktuellen Bordeaux-Themen finden Sie in unserem Beitrag zu den Château-Besitzerwechseln 2026.

Fazit

Liv-ex zeichnet für 2026 kein einheitliches Bild. Nach einem schwachen 2025 zeigen einzelne, etablierte Weine eine klare Aufwärtsbewegung. Allen voran Mouton Rothschild in mehreren Jahrgängen. Und Lafite Rothschild 2015.

Der breitere Markt bleibt laut Liv-ex Bordeaux fragil. Für Sammler heißt das: genauer hinschauen lohnt sich. Pauschale Rückschlüsse vom Gesamtmarkt auf einzelne Weine tragen aktuell nicht.

Einen tieferen Einstieg in Bordeaux als Kapitalanlage bieten außerdem unsere Beiträge. Wein Investment Tipps: Wie exklusiver Bordeaux Wein als Kapitalanlage überzeugt und Wein als Kapitalanlage.

FAQ – Liv-ex Bordeaux 2026

Erholt sich der gesamte Bordeaux-Markt 2026?

Nein, nicht pauschal. Liv-ex Bordeaux-Daten zeigen eine selektive Erholung. Bei einzelnen, überwiegend etablierten Weinen wie Mouton Rothschild und Lafite Rothschild 2015. Der breitere Markt bleibt fragil.

Welcher Bordeaux-Wein zeigte laut Liv-ex Bordeaux 2026 die stärkste Wertentwicklung?

Château Mouton Rothschild 2015. Die Analyse von The Drinks Business hebt ihn als Jahrgang mit der stärksten Wertentwicklung hervor. Betrachtungszeitraum: Q2 2025 bis Q2 2026.

Wie stark ist der Fine-Wine-Markt 2025 eingebrochen?

Der Liv-ex 1000 Index fiel 2025 um 4,5 Prozent. Die Preise pro Kiste sanken um 12,3 Prozent. Das gehandelte Volumen stieg dagegen um 7,2 Prozent. Ein typisches Zeichen für einen Käufermarkt.

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt für Fine Wine Investment in Bordeaux?

Das hängt vom Anlagehorizont ab. Liv-ex-CEO James Miles verweist auf einen typischen Zyklus von sechs bis acht Jahren. Kurzfristig bleibt der Markt laut Liv-ex-Analysten holprig. Für langfristig orientierte Sammler bieten die aktuell niedrigeren Preise aber Einstiegschancen.

Betrifft die Erholung auch andere Weinregionen außer Bordeaux?

Ja. Auch bei Champagner und bei kalifornischem Wein wie Opus One 2013 zeigen sich ähnliche Aufwärtstrends. Die selektive Erholung ist kein reines Bordeaux-Phänomen.


Quellen

Adrian Ehrenberg, verantwortlich für Inhalte bei wein-sammeln.de

Über den Autor

Adrian Ehrenberg

Ich beschäftige mich seit über einem Jahrzehnt mit Bordeaux-Wein, mit Schwerpunkt auf der Klassifikation von 1855 und der Geschichte einzelner Château. Bei wein-sammeln.de verantworte ich Inhalte und Auswahl.

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Hinweis: Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageempfehlung. Fotos sind KI-generierte Symbolbilder, keine realen Aufnahmen.


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